Einsätze 2017

Lagerhalle am Didiergelände brennt teilweise aus

GRÜNSTADT: Chemikalien und Leergut gehen in Flammen auf – Autofahrer melden Brand um 4 Uhr

Einen mehrstündigen Großeinsatz der Feuerwehren aus Grünstadt und dem Landkreis Bad Dürkheim hat gestern in den frühen Morgenstunden der Brand einer Lagerhalle im Ketteler-Ring, dem ehemaligen Didier-Gelände, ausgelöst. Autofahrer hatten von der Autobahn im Vorbeifahren die Flammen, die bereits aus dem Dach schlugen, bemerkt und die Einsatzkräfte alarmiert.

In der etwa 1000 Quadratmeter großen Lagerhalle einer Spedition seien hauptsächlich Holzkohle und Aktivkohle in so genannten Big-Bags gelagert gewesen. Diese Großbehälter hatten Feuer gefangen, als die Grünstadter Wehr am Brandort eintraf. „Auf Grund der Meldung, dass im Industriegebiet ein Brand ausgebrochen sei, haben sich unsere Einsatzkräfte auf den Weg gemacht, um das Feuer zunächst zu lokalisieren“, berichtet Einsatzleiter Karlheinz Starck gestern Morgen vor Ort. Genau um 4 Uhr hatten Autofahrer den Brand gemeldet, um 4.07 Uhr hatte die Feuerwehr dann die Lagemeldung, dass ein Dachstuhlbrand in der Halle einer Spedition ausgebrochen sei. Wenige Minuten später zogen die Grünstadter Feuerwehrleute ihre Kollegen der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land hinzu, erst aus Kirchheim-Kleinkarlbach, später dann auch aus Obrigheim.Rund 100 Minuten brauchten die Feuerwehren, die mit elf Fahrzeugen und 35 Wehrleuten im Einsatz waren, um den Brand, der letztlich rund ein Drittel der Lagerhalle betroffen hatte, zu löschen.

In der Halle wurden Verpackungsmaterialien gelagert„Gelagert wurden in der Halle unter anderem Verpackungsmaterialien, Paletten, Kartonagen, und Kunststoff-PET-Flaschen. Gemietet habe das Gebäude die Neuleininger Spedition Adam“, informiert Wehrleiter Starck. Die Höhe des Sachschadens stand gestern noch nicht fest. Feuerwehr und Polizeikräfte gingen aber davon aus, dass sich die Schadenssumme im sechsstelligen Bereich bewegen wird. Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer etwa in der Mitte des Raumes aus. Das bestätigte gestern seitens der Polizei auch Burkhard Wahl vom Fachkommissariat 1 bei der Polizei in Neustadt, das die Ermittlungen aufgenommen hat. „Wir können derzeit noch keinerlei Einschätzungen zur Brandursache machen“, so Wahl. Genaueres könne erst bekanntgegeben werden, wenn sich ein Gutachter vor Ort ein Bild gemacht habe. Diese Begutachtung soll voraussichtlich am heutigen Freitag erfolgen.

Unterstützung bekamen die Grünstadter Einsatzkräfte von der Feuerwehr der VG Wachenheim, die mit zwei Fahrzeugen und 13 Wehrleuten angerückt kam. Die sogenannte Dekon P Einheit, steht kreisweit nur einmal zur Verfügung und ist in Wachenheim stationiert. Die Einheit stellte ein Aufenthaltszelt auf, in dem sich die eingesetzten Kräfte der Grünstadter Feuerwehren umziehen konnten. Außerdem brachten die Wachenheimer Helfer auch Wechselkleidung für die Wehrleute mit.

Die Kläranlage Grünstadt kann das Löschwasser reinigenVor Ort war gestern Vormittag auch ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung. Von dort war zu erfahren, dass zum Löschen nur Wasser, keine chemischen Brandbekämpfungsmittel eingesetzt wurden. Das Löschwasser sei in einen Schmutzwasserkanal abgeflossen, der direkt in die Kläranlage nach Grünstadt fließt. „Wir wurden darüber informiert, dass es sich bei den Chemikalien um Vorprodukte für die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmittel handelt. Produziert wurden sie bei BASF. Das Unternehmen hat uns mitgeteilt, dass von den Produkten keine Gefährdung für das Grundwasser ausgeht und die Kläranlage über ausreichende Kapazitäten verfügt, um das in den Schmutzwasserkanal gelangte Löschwasser zu reinigen“, so die Pressesprecherin der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, Sina Müller.Zudem seien bereits am Vormittag Mitarbeiter der Verbandsgemeinde vor Ort gewesen, um sich über die Verunreinigungen im Löschwasser zu informieren. In der Kläranlage werde jetzt der Reinigungsprozess des Löschwassers genau überwacht.

Text: Die Rheinpfalz
Bilder: Polizeidirektion Neustadt/Weinstraße