Einsätze 2017

Feuerwehreinsatz wegen Gewässernotfalls am Freitagabend – Zuständigkeiten unklar

Aufregung am Freitagabend in Laumersheim: Weil der Eckbach dort kaum noch Wasser führte, rückte die Feuerwehr aus. Als Ursache für das fast ausgetrocknete Bachbett machte sie ein verstopftes Rohr bei Großkarlbach aus.

Andrea Breßler wohnt in Laumersheim direkt am Eckbach, deshalb fiel ihr beim Nachhausekommen gleich auf, „dass es nicht mehr rauschte“, wie sie berichtet. Der zweite Gedanke galt den Fischen und anderen Lebewesen in dem Gewässer. Doch wem sollte sie – an einem Freitag nach Dienstschluss in den Verwaltungen und Behörden – die Besorgnis erregende Nachricht überbringen? Ortsbürgermeister und Polizei schienen ihr ratlos zu sein, und die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land und des Gewässerzweckverbands Isenach-Eckbach waren zu dem Zeitpunkt schon im arbeitsfreien Wochenende.Auf Resonanz stieß Breßlers Alarm schließlich beim Dirmsteiner Umweltverein Alte Sandkaut. Dessen Mitglieder sind Paten für ein Teilstück des Eckbachs, kennen die Zuständigkeiten und die Kontaktwege bei Notfällen. Der stellvertretende Vorsitzende Klaus Petermann berichtet: „Unser Vorsitzender Otto Frey hat den Eckbach kontrolliert und gesehen, dass sich tatsächlich kleinere Fische in Bachvertiefungen sammelten, um zu überleben.“ Petermann rief nach eigener Aussage ebenfalls erfolglos bei der Polizei an und dann beim Bereitschaftsdienst der Verbandsgemeinde, der die Freiwillige Feuerwehr der VG informierte.

Die Sandkautler vermuteten einen Defekt an der Sperre bei der Weidemühle zwischen Großkarlbach und Laumersheim, an der sich das Wasser teilt, doch Wehrleiter Frank Janson sagte gestern auf Anfrage, das Problem sei ein verstopftes Rohr gewesen. „Deshalb lief das Bachwasser ins Großkarlbacher Regenrückhaltebecken“, so Janson. Nachdem die Wehrleute das Bachrohr freigemacht hätten, sei das Wasser um 21 Uhr wieder geflossen. Hansgeorg Hocke, technischer Betriebsleiter beim Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach, bezweifelt, dass ein verstopftes Rohr die alleinige Ursache war. Er habe an dem Abend, nachdem ihn eine Handynachricht des Dirmsteiner Vereins erreicht hatte, den Verlauf des Eckbachs zwischen Kleinkarlbach und Dirmstein überprüft. „Überall war sehr wenig Wasser“, so Hocke.

Zum Glück hat sich die Lage mit dem gestrigen längeren Regen entspannt. Klaus Petermann allerdings kann nicht glauben, dass die anhaltende Trockenheit schuld an dem Beinahe-Fischsterben war. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den letzten 30 Jahren so einen Totalausfall von Wasser gab.“ Er ist dafür, die Ursache genauer zu untersuchen.

Indes weist Hansgeorg Hocke für künftige Fälle dieser Art auf den Bereitschaftsdienst des Gewässerzweckverbands unter der Nummer 0151 58150118 hin. Erwin Fuchs, der dem Zweckverband für das Eisbachgebiet vorsteht, bringt die Sprache auf den überörtlichen „Meldeplan für Schadensfälle mit wassergefährdenden Stoffen“, den die Polizei eigentlich kennen müsse. Dieser Plan hätte am Freitagabend schnell weiterhelfen können, meint Fuchs.

Text: Die Rheinpfalz
Bild: lichtkunst.73  / pixelio.de